„Auf – Auf“ zum Alpenglühen auf die Silvretta

RT88-Silvretta 2012

Erstmalig seit dem Bestehen des RT88-Bodensee im Jahr 2010 wagen sich einige der Mitglieder an eine zweitägige Ausfahrt mit ihren Schätzchen. Schon am Treffpunkt bei Bregenz schlagen die Herzen der Farbfreunde höher, hat doch jeder der neun mitfahrenden 107er eine andere Farbe. Bunt gemischt auch die Teilnehmer, Schwaben, Schweizer, Norddeutsche, Amerikaner. Und der erste Gipfel: ein in Österreich lebender 129er führt die Gruppe an, genauer gesagt Heinz Kissel mit Frau Renate im schwarzen 129er. Boss, der beiden Riesenhund, streckt seine Schnauze in den Fahrtwind und sorgt mit imposantem Auftreten für unsere Sicherheit.

Erstes Ziel, Warther Hof zur Mittagsrast; erreicht über Dornbirn und Rankweil durch das Laternser Tal hinauf auf den Furkapass mit 1761m Höhe. Und schon haben wir den ersten Ausfall. Jeffrey beklagt einen Motorschaden, der es ihm nicht erlaubt noch weiter mit uns zu fahren (vermutlich ein Problem mit der Vergasereinstellung).

Die anderen verlassen Vorarlberg und durchfahren in aller Gemütlichkeit das Lechtal, überqueren mühelos das Hahntenn-Joch, in 1894m Höhe in Richtung Imst. Fleißig wird das Verdeck auf-und zumachen geübt, hält das Juliwochenendwetter doch so gar nicht was von ihm erwartet wurde. Kaum sind die Verdecke abgetrocknet und wieder verstaut, beginnt irgendein Neider eimerweise Wasser über uns auszuschütten. Verdient verschlingen wir dann den Kaiserschmarren in der Wilderer Hütte im Paznauntal.

Dem Höhepunkt Bieler Höhe am Silvretta Stausee mit nun über 2000m können wir nicht viel abgewinnen. Es ist richtig kalt geworden und das sonst so lustvolle Aufreihen der alten Fahrzeuge vor atemberaubendem Bergpanorama misslingt uns gründlich. Also hinab über 30 Kehren bei geschlossenem Verdeck ins Montafon. Bleibt Gelegenheit beim Automatikgetriebe die Gänge für lange Passabfahrten einzusetzen. Wir sind fast alleine auf der Strecke, bewundert nur von freilaufenden Kühen am Wegesrand.

Da kommt der Sektempfang mit anschließendem Verwöhn-Menue im Hotel Zimba in Schruns gerade recht. Nach einer erholsamen Nacht, stärkendem Frühstück mit Benzingesprächen werden die glitzernden Tautropfen, oder doch Regentropfen? vom Heilixblechle gewischt. Heiner zeigt uns sein Schruns. Wir sehen interessante Häuser mit der Patina vergangener Zeiten, stets umgeben von gepflegten Blumenrabatten. Ein Ort zum Wiederkommen. Zur Mittagszeit verlassen wir Schruns und cruisen durch das Silbertal hinauf zum Bartholomäberg. Das Wetter bessert sich, die Verdecke verschwinden und die Besitzerherzen schlagen endlich wieder höher. Und nicht nur diese. Wenn die Fahrzeuge aufgereiht wie auf einer Perlenkette durch die Kehren gleiten, bleiben schon mal Spaziergänger stehen. Der Blick verklärt sich. Die Autos geben ihnen Zeit zur ausgiebigen Betrachtung, sind sie doch beständig unter Richtgeschwindigkeit unterwegs. Nie werden wir während der Ausfahrt als Verkehrshindernis empfunden. Es wird ihnen nachgeschaut, den Schätzen vergangener Zeiten und für wenige Augenblicke scheint die Zeit auch für die Betrachter stehen zu bleiben. Ja, so schön kann Autofahren sein.

Es wird Zeit, Heiner zu verabschieden. Souverän hat er die Tour geführt. Vielen Dank an dieser Stelle.

Es geht weiter durch das Fürstentum Liechtenstein in die Schweiz und zurück nach Österreich in Richtung Bregenz. Das Wochenende findet seinen Ausklang im Burgrestaurant auf dem Gebhardsberg. Von der Sonnenterrasse, die ihrem Namen jetzt am Sonntagnachmittag gerecht wird, lässt sich der überwältigende Ausblick über Bregenz und den Bodensee genießen.

Während dieser zwei Tage haben wir uns in näher kennen gelernt und sagen jetzt ‚Auf Wiedersehen‘. Wir freuen uns schon darauf.

Chris und Uwe Siebenbrodt

RT88-Bodensee

RT88-Silvretta 2012