Der kombinierte Techniktreff am 1.4. 2017 mit Frühjahrsdurchsicht aller Fahrzeuge und parallel laufendem Bremsenseminar war reichlich besucht und hat gut geklappt. 

Während der Fahrzeugdurchsicht auf zwei Hebebühnen wurde auf der dritten Hebebühne schulmäßig eine komplette Revision der Bremsanlage aller vier Räder gezeigt und erklärt. Dabei wurden alle Bremsscheiben, Bremsklötze, die Feststellbremse, alle Radlager, Simmerringdichtungen und Schrauben erneuert.

Den praktischen Teil des Seminars hat der Kfz-Meister Antonio Trezza jr. durchgeführt. Von den Teilnehmern wurden viele Fragen gestellt und vorbildlich vom Herrn Trezza beantwortet. So ist vielen zum ersten Mal klar geworden, dass bei Vor-MoPf-Fahrzeugen per Winkelschablone die Bremskolben zu prüfen sind, ob sie im richtigen Drehwinkel stehen, damit der jeweilige auflaufende Bereich vom Anpressen ausgenommen ist. Wen quietschende Bremsen oder schief abgebremste Klötze plagen, der sollte die richtige Drehstellung der Bremskolben per Winkelschablone prüfen und einstellen lassen. Auch das Rätsel um die Schleifkontakte in den Radlagerkappen wurde gelöst.

Im Anschluss an das Mittagessen hat der RT-Leiter die Theorie zum Bremsen kurz abgehandelt, einige wichtige Punkte erklärt und Fragen beantwortet. Die vertiefende Behandlung der Theorie war auf dem Monatstreff vorgesehen.

Beim Monatstreff wurde mit Hinweisen auf Reifenqualitäten und mit einer kurzen Erklärung der Fahrwerksbesonderheiten bei Vor-MoPf-Fahrzeugen in Bezug auf Lenkrollradius und Bremsscheibendurchmesser begonnen. Dann wurden ausgewählte Fotos von den Arbeitsschritte der Bremsenrevision gezeigt.

Auch der Wartungsbedarf der wasseraufnehmenden Bremsflüssigkeit wurde besprochen und auf recht einfache Prüfgeräte zur Ermittlung der Siedetemperatur wurde aufmerksam gemacht. Die jährliche Erneuerung der DOT 4 Alkohole laut Bedienungsanleitung der 107er ist für Fahrzeuge mit Ganzjahresnutzung und mindestens 25 000 km p.a. ist zu empfehlen, besonders dann, wenn Passüberquerungen anstehen. Die Ausnutzung der ganzen Spanne bis 3,5% Wasser in der Bremsflüssigkeit, was den Siedepunkt auf 170°C oder 165°C absenkt, ist für Fahrten im Gebirge nicht zu empfehlen.  

Zur Beachtung der Fahrregeln im Gebirge mit Einlegung der geeigneten Gangstufen bei Talfahrt wurde auf die Bedienungsanweisung Seite 13 (MoPf) verwiesen.

 

Da nicht alle Teilnehmer des Seminars dann auch beim Monatstreff dabei sein konnten, habe ich die beim Monatstreff besprochenen Fotos um 2 Bilder von der Begrüßung und dem ersten Teil der Theorie ergänzt und verteile sie mit diesem Schreiben an die Teilnehmer und die mir bekannten Mailadressen der Clubmitglieder in der Region 69 Kurpfalz.

Den Teilnehmern sollen sie eine Erinnerungshilfe sein und allen anderen Clubmitglieder mögen sie als Anstoß zum Nachdenken über diese lebenswichtigen Einrichtungen dienen. Was ist bei meiner Nutzung des 107ers das richtige Maß an Wartung?

„Bin ich ein Verschwender, der jährlich nach wenigen Schönwetterkilometern die neuwertige Bremsflüssigkeit wegschütten lässt? Oder bin ich ein Wartungs-Schlamper, der sich (fast) nie um den abgesunkenen Siedepunkt der Bremsflüssigkeit kümmert?“

Viele gute Erkenntnisse beim Betrachten der Fotos. Die Erläuterungen gab es beim Monatstreff.

Bericht: Helmut Lang

Fotos: Ernst Schwefel und Helmut Lang