Louwman Museum Nationales Automobilmuseum

Mercedes SSK

1929. Mercedes – Benz  SSK

Mercedes 500K

1936. Mercedes – Benz 500K    Spezial Roadster

 

 

 

 

Freizeittipp einmal einen Blick über die Grenzen, wenn es um Automobile der Superklasse geht. Vor einiger Zeit machten wir uns daher in die Niederlande auf, um in Den Haag ein neues Automuseum in Augenschein zu nehmen, das Louwman Museum. Wir hatten viel erwartet und wurden mit noch mehr überrascht. Die Reise nach Den Haag lohnt für Autofans in jedem Fall. Das nationale Automobilmuseum hat eine Ausstellung von spektakulären Autos, alten Rädern und es werden Films gezeigt. Evert Louwman ist seit Jahrzehnten bekannt als leidenschaftlicher Sammler von Fahrzeugen, besonders aus der Pionierzeit des Automobils sowie von Limousinen der zwanziger und dreißiger Jahre. Er achtet sehr auf eine hohe Originalität der Fahrzeuge. Seine Sammlung die eine beachtliche geschichtliche Aussagefähigkeit erlangt hat, ist weit über die Grenzen Hollands hinaus bekannt. Traumwagen vieler Generationen Louwman Museum im niederländischen Den Haag. Sammlungsgründer Piet Louwman war Anteilseigner des Dodge-Importeurs für die Benelux-Länder und stellte sich 1934 einen 20 Jahre alten Dodge ins Schaufenster, den er in Zahlung genommen hatte. Zum damaligen Zeitpunkt bereits ein durchaus altes Fahrzeug, das jedoch viele Interessenten in den Showroom lockte. Dies nahm Louwman zum Anlass, weitere alte Autos zu sammeln, die damals häufig schlicht als Alteisen gehandelt wurden. Über die Jahre konnte er somit die vermutlich vollständigste Sammlung an Fahrzeugen von der Gründungszeit des Automobils vor 125 Jahren bis in die heutige Zeit zusammentragen, die irgendwann einmal auf europäischen Straßen unterwegs waren. Die Sammlung war jahrelang zwar bekannt, jedoch nur eingeschränkt zu besichtigen, da es zum einen an einer geeigneten Ausstellungsstätte fehlte und es zum anderen eine rein private Sammlung war und ist, die sich Herr Louwman neben seiner Tätigkeit in der Automobilindustrie leistete. Sein Sohn Evert Louwman führte die Sammelleidenschaft nach dem Tod des Vaters weiter fort und komplettierte durch gezielte Zukäufe. Bereits von außen sieht das Museum nicht klein aus. Durch die geschickte Raumaufteilung bietet es Platz für über 250 Fahrzeuge. Die Eingangshalle mit je einem Exponat pro Land, in dem Autos gebaut werden oder wurden. Fahrzeuge vom Beginn der Motorisierung bilden einen eigenen Themenschwerpunkt im Museum. Elektroautos und Hybridantrieb sind Erfindungen der letzten Jahre? Mitnichten. Bereits kurz nach der Erfindung des Automobils kamen diese Techniken auf. Im Rennsport-Bereich findet sich dieser Napier 100hp, dem ersten Auto in „British Racing Green“ Das Louwman Museum ist die Heimat der größten Sammlung von Vorkriegs-Spyker der Welt. 9 Fahrzeuge sind permanent ausgestellt, weitere 2 befinden sich im Depot. Mercedes-Benz SSK: Der Milligen-SSK aus England. Von 1941 bis zu seinem Tod 2004 in der Hand von George Milligen und absolut original erhalten. Design aus der Zeit, als es bei den meisten Herstellern nur nackte Chassis zu kaufen gab und man sich die Karosserien noch fertigen lassen musste. Der Talbot-Lago T150 SS Teardrop von Figoni et Falaschi. Die Bugatti-Sammlung kann sich absolut sehen lassen. Sechs Vorkriegs-Fahrzeuge geben die Ära der Molsheimer Luxuswagen auf’s Beste wieder. Auch Kleinwagen werden im Louwman Museum berücksichtigt. Schon mal den Siegerwagen aus Le Mans 1957 gesehen? Hier steht er, der legendäre Jaguar D-Type. Diesen Ferrari 500 Superfast Special besaß einst Prinz Bernhard. Von diesem Fahrzeugtyp wurden lediglich 37 Exemplare gefertigt, jedoch nur dieser eine in „Verde Pinto“ (grün). Aus der Rosso Bianco Collection wurden viele Fahrzeuge ins Louwman Museum übernommen. Darunter auch dieses Alfa Romeo 33/2 Daytona Coupé. Zu den modernsten Autos im Museum gehören die Wagen der Le Mans Sammlung. Dort findet sich auch dieser Toyota TS-010 von 1993. Neben den 250 ausgestellten Autos bleibt Platz für die wohl größte Kunstsammlung mit automobilem Bezug. Kunstwerke, originale Rennplakate und Automobilia sind in mehreren Räumen untergebracht. Das Louwman Museum bietet neben der reinen Ausstellung die Möglichkeit, Versammlungsräume und ein Theater anzumieten. Im Theater kann über einen speziellen Aufzug gar ein Auto auf die Bühne gebracht werden Neben der bereits erwähnten Ansammlung von Fahrzeugen aus der Frühzeit des Automobils, deren Ausstellungsraum bei Kutschen aus dem 16. Jahrhundert beginnt und bis auf zwei Fahrzeuge nur Originale enthält. Auch für Kunstfreunde lohnt die Reise nach Den Haag. In zwei großen Räumen des Museums befindet sich die vermutlich größte private Kunstsammlung mit automobilem Schwerpunkt. Ob Rennplakate, Ölgemälde, Bleistiftzeichnungen, Statuen, Pokale oder Picknickgeschirr – überall finden sich Autos in jeder denkbaren Form. Dazu gibt es einen Bereich, in dem nur Metallplastiken ausgestellt sind, überwiegend aus Silber gefertigt. Allein der Gang in diesen Räumen kann Stunden dauern, da man fortwährend neue Details entdeckt und mit dem Auge dort verweilt. Wenn man schließlich doch am Ende des Rundgangs angekommen ist, findet man sich auf einem nachgebauten niederländischen Dorfplatz der 30er Jahre wieder. Wer durch die Schaufenster der Geschäfte schaut, erblickt Ladenausstattungen, die tatsächlich so alt sind, wie sie aussehen. Die Läden selbst bestehen aus echten Backsteinen, um den Effekt zu verstärken und den Grundsatz des Museums, nach Möglichkeit nur authentische Sachen zu zeigen, zu unterstreichen. Hier findet sich auch die Front des anfangs erwähnten Dodge-Showrooms, in dem damals alles begann. Vor dieser Kulisse kann man bei einer Tasse Kaffee oder einem kühlen Wasser die Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen, bevor man sich auf den Heimweg macht. Louwman Automuseum Den Haag Leidsestraatweg 57 Den Haag 2594 Niederlande +31 (0)70 – 304 7373 Fax: +31 (0)70 – 383 5587 •

http://www.louwmanmuseum.nl/