Von Sabine und Rolf Schumacher

Angeregt durch den alljährlichen Prospekt zur Kalser Großglocknertour der Mercedes – Clubs im September entschlossen wir uns, die Tour auf eigene Faust im Sommer während der Ferien zu unternehmen. Eine Teilnahme im Herbst ist uns aus beruflichen Gründen leider nicht möglich, aber wir wollten unserem signalroten 280 SL von 1984 unbedingt den Großglockner zeigen.Die Unterkunft im Zielgebiet wurde über das Internet ausfindig gemacht und gebucht. Die Wahl fiel auf die Pension Gaimberg. Die kleine Gemeinde Gaimberg liegt etwas oberhalb von Lienz, der sonnenreichsten Stadt Osttirols.Als nächstes  wurde festgestellt, dass bis zum gebuchten Quartier in Gaimberg gut 1.000 km Anfahrt zurückzulegen sind. Die Fahrt mit dem Autoreisezug von Hildesheim bis München wurde wegen der Kosten schnell wieder verworfen. Also starteten wir am Donnerstag dem 26.07.12 früh um 7.00 Uhr, um unser Zwischenziel – das Best Western in Dasing an der A 7 bei Augsburg  – zu erreichen.  Für den Tag waren über 30 Grad im Schatten vorhergesagt worden, so dass die Fahrt schon in kurzer Hose und geöffnetem Verdeck begann. Von Staus wurden wir an diesem Wochentag verschont. Nur die Sonne setzte uns mächtig zu. Auch die heruntergelassenen Seitenscheiben und das heruntergeklappte Windschott brachten nur wenig Erleichterung und das bei Autobahngeschwindigkeiten von 120 bis 140 km/h. Nach einer ausgiebigen Kaffee- und weiteren Mittagspause erreichten wir gegen 16:30 Uhr den Autohof in Dasing.

Am nächsten Morgen ging es dann um 09:00 Uhr frisch gestärkt weiter. Der Autobahnring um München war in Richtung Österreich kein Problem. Die Kaffeepause stand dann hinter Kitzbühel am Pass Thurn in 1273 m  Seehöhe nach zwei Stunden Fahrt an.
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Weiter ging es dann durch den Felbertauerntunnel auf der B 108 in Richtung Lienz. Nach weiteren anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir unsere gebuchte Pension Gaimberg.
Vom Balkon des Appartements hatte man eine hervorragende Aussicht über die gesamte Stadt Lienz und die Lienzer Dolomiten.
Nachdem die Stadt Lienz erkundet worden war, wurde auch noch ein Abstecher zum Tristacher See (821 m über Adria) gemacht, der sich in nur 8 km Entfernung befand.
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Für die nächsten Tage standen dann die geplanten Ausfahrten an. Um uns steigern zu können, starteten wir mit dem Besuch der Emberger Alm (1.800 m Seehöhe). Die einfache Strecke dorthin beträgt ca. 60 Kilometer. Wobei auf den Serpentinen der letzten acht Kilometer teilweise kein Begegnungsverkehr möglich ist. Auf der Emberger Alm genossen wir den ‚Vierländerblick‘ über Kimme und Korn und die Aussicht auf den Weißensee. Die Fernsicht ließ an diesem Tag leider etwas zu wünschen übrig. Zur Entschädigung ließen wir uns im Almgasthof Fichtenheim mit einem deftigen Steak verwöhnen.

Am nächsten Tag sollte es dann von Kals aus zum Lucknerhaus gehen. Die einfache Strecke dorthin betrug von unserer Pension aus knappe 50 Kilometer. Für das Befahren der Kalser Glocknerstraße werden mit Gästekarte acht Euro fällig. Und wieder war es nichts mit der Fernsicht. Der Großglockner (3.798 m) war in Wolken verhüllt.

Aber dann am 01.08.12 sollte es soweit sein. Die Wettervorhersage war bestens, so dass wir sofort nach dem Frühstück in Richtung Heiligenblut Großglockner Hochalpenstraße starteten. Ein besonders intensives Erlebnis sollte uns bevorstehen. Bis zur Großglockner Hochalpenstraße waren es 63 km, der Größte Teil davon wird auf der B 107 zurückgelegt. Für die Tageskarte wurden 32,- € fällig. Auf den dann folgenden 48 Kilometern Hochalpenstraße mit 36 Kehren, bei einem Höhenanstieg bis auf 2.504 Meter erlebten wir ein Natur- und Fahrerlebnis der besonderen Art.

Die Tageskarte beinhaltete das Parkhaus mit 370 Stellplätzen und den Besuch der drei Ausstellungen.
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Am Ziel der Wünsche angekommen. Es war ein Genuss, diese außergewöhnliche Straße bei herrlichstem Sonnenschein offen zu befahren.
Am Tag zuvor hatten wir uns noch eine Fahrt mit der Seilbahn und dem Sessellift auf den Zettersfeld Berg in Lienz gegönnt. Er ist wahrscheinlich die größte und schönste Sonnenterrasse der Alpen.
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Da noch ein ganzer Urlaubstag zur Verfügung stand und 30 Grad vorhergesagt worden waren, entschlossen wir uns, am Weißensee (930 m ü. A.) einen Badetag zu verbringen. Unser Navi lotste uns über eine wunderbare Strecke teilweise abseits der Bundesstraße zum ca. 50 km entfernten See. Gegen 11:30 Uhr waren jedoch schon alle Parkplätze am öffentlichen Strandbad belegt. Die übrigen Zugänge zum See sind alle nur Privatleuten oder Hotelgästen vorbehalten und dementsprechend viele Haltverbote gab es. So fuhren wir wieder zu unserer Pension zurück und badeten dort im Pool. Im Garten hatten wir auch viel mehr Ruhe als im Strandbad.
Die Rückfahrt führte uns noch für drei weitere Urlaubstage nach Enkirch an der Mosel vorbei. Hier wurden Anregungen für weitere Fahrten eingeholt.
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Nach insgesamt 2.765 km sind wir mit unseren 280 SL am 06.08.2012 wohl behalten wieder in Achim eingetroffen.