Am Samstag, den 04.05.19 sollte endlich die erste Ausfahrt der Saison 2019 starten! Was für ein„Tourthema “wählt man im Wonnemonat Mai? Na klar! Eine Spargeltour natürlich! Es haben sich 27 Teilnehmer mit insgesamt 14 Fahrzeugen angemeldet.

Die Wettervorhersage war relativ bescheiden–es sollte kalt werden und Regen war ebenfalls angekündigt. Nichts desto trotz sind alle pünktlich und bestens gelaunt am Treffpunkt in Bottrop-Kirchhellen zusammen gekommen. Nachdem unser super Tourplanerteam, Ralf und Sylvia, uns mit den wichtigsten Unterlagen, wie Roadbook, Zieladressen und Notfalltelefonnummer ausstaffiert haben, ging es mit der 1.Tagesetappe los.

Diese führte durch viele hübsche Ortschaften des rechten,unteren Niederrheins entlang, mit tollem Weitblick über Felder, Wiesen und Deiche. Nachdem wir Vater Rhein dann überquerten, war es nicht mehr weit, bis zum 1. Etappenziel–dem Spargelhof Schippers in Alpen.

Alle 14 Fahrzeuge(wenn auch etwas nass…) trafen nach und nach ein.Ralf und Sylvia haben vorab für den RT45 einen Tisch reserviert, wo wir uns alle am reichlich bestückten Spargelbuffet laben konnten. Satt gegessen und zufrieden ging es dann zur 2. Etappe des Tages.Die Strecke führte uns nunmehr durch das linke untere Niederrheingebiet mit schöner Aussicht auf die Umgebung und den dazugehörigen Ländereien.

Das 2. Etappenziel kam näher und jeder, ob er es schon kannte oder aber auch nicht,freute sich bereits auf den Oldtimer Händler RD-Classics in Emmerich am Rhein. Hier stehen USA Cars, Classic Cars, Exoten sowie sehr exklusive und wunderschöne Raritäten zum Verkauf.

Ein jeder von uns ist durch das Ambiente und den fantastischen Fahrzeugen in eine andere Zeit versetzt worden. Die Hubraum-, Zylinder-und Leistungsgespräche untereinander nahmen dementsprechend ihren Lauf. Nach ausführlicher Begutachtung aller Fahrzeuge ging es weiter zum 3. Etappenziel des Tages, dem Landhotel Nierswalde. Dort angekommen, traf man sich dann an der hauseigenen Bar auf ein Glas Wein, Sekt,Bier oder Kaffee und tauschte sich über den gelungenen Tag aus.Nach einem leckerem Abendmahl endete dann der erste Tag zu fortgeschrittener Stunde und bis auf die Samstagsteilnehmer konnten sich alle Teilnehmer müde und satt ein paar Stunden Schlaf gönnen.

Der zweite Tag begann, wie sollte es anders sein, mit einem kräftigen Frühstück, denn die nächste Etappe wartete schon auf uns. Um 10.00Uhr ging es dann bei durchwachsenem  Wetter los nach Grieth. Dort trafen wir um ca. 11.30 Uhr an unserem Restaurant direkt am Rhein gelegen ein, so dass,wer wollte, sich noch ein wenig die Beine vertreten konnte.

Punkt 12.00 Uhr zur Stunde des Herrn gab es dann endlich wieder was auf die Gabel. Man wundert sich, aber es ging tatsächlich schon wieder was rein.Ohne jetzt etwas vorweg nehmen zu wollen, aber anschließend ging es zu einem der Höhepunkte der Fahrt nach Goch.

Dort wartete ein Museumsbesuch der etwas anderen Sorte auf uns. Die Viller-Mühle. Ralf und Sylvia hatten schon angekündigt, dass dieses Museum und insbesondere der Inhaber und Museumsführer etwas ganz Spezielles sein würden. Das war gelinde gesagt leicht untertrieben. Bei unserer Ankunft, die etwas vor der Zeit war, war unser Guide noch nicht am Ort.

So hatten wir etwas Zeit uns die Örtlichkeit schon mal ein wenig von außen zu betrachten. Im ersten Augenblick waren wir wohl alle ein wenig ratlos. Was ist das hier? Ein Ensemble alter Fabrikgebäude einer ehemaligen Öl-und Getreidemühle, welches von der Natur so langsam aber sicher zurückerobert zu werden scheint. Überall irgendwelche lustigen Blechschilder, ein alter Leichenwagen, ein Grabmal alte Trecker, LKW und,und,und.

Hier scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt, bzw.mal gegeben hat. Irgendwie waren wir uns einig, ist ja ganz witzig hier, aber irgendwie ja eine Ansammlung von Schrott aus dem gesamten 20.Jahrhundert. Aber dann….Aber dann kam der Chef des Ganzen. Heinz Bömler, der wahnsinnige Puppenspieler. Ein Mann aus dem Baujahr 1942, der mit seinem langen schwarzen Ledermantel, seiner Nickelbrille und dem Zylinder irgendwie auch einem Harry Potter Film entsprungen sein könnte.

Schon mit seinen ersten Begrüßungsworten hatte er uns mit seinem Witz und seiner Rhetorik gefangen und so führte er uns nach einer kurzen Erklärung zu einem der ersten Räume, so eine Art alter Krämerladen mit fast sämtliche Dingen, die es in den letzten 100 Jahre in einem Laden so gab. Hier begann die Führung „Lug und Betrug“ und er klärte uns auf, wie man neue Dinge ganz alt erscheinen lassen kann und wieso manch einer Geld damit zu verdienen versucht.

Anschließend führte uns der Wahnsinnige weiter durch sein Areal,durch viele Räumlichkeiten voll gestopft mit Exponaten, die wir so in dieser Form sicherlich nicht erwartet hätten. Wir sahen einen alten 35m hohen Kamin, umgebaut zu einer Luftballonstartrampe, den Sternenhimmel bei Tag und viele andere skurrile Exponate des wahnsinnigen Puppenspielers, immer begleitet durch seine unnachahmliche Art, gespickt mit Wortwitz und subtilem Humor.

Aber auch diese außergewöhnliche Zeitreise ging dann irgendwann einmal zu Ende und wir fuhren zu unserer letzten Station,dem Kloster Graefenthal in Goch. Hier wurden wir durch das alte Klostergemäuer noch einmal in das Mittelalter zurückversetzt. Bei leckerem Kuchen und einem Tässchen Kaffee endete dann hier am Nachmittag unsere Spargeltour.

Es war eine tolle erste Ausfahrt der Saison 2019, inklusive Sonne, nicht gerade wenig Regen, schönen Strecken und tollen Locations. Somit wurde eins wiederklar: nicht das Wetter bestimmt die Stimmung, sondern die Teilnehmer.

Von daher nochmals besten Dank an Ralf und Sylvia für die tolle Organisation und an alle Teilnehmer für die gute Laune trotz des durchwachsenen Wetters.

Yasemin und Andreas